Zurück zum Blog
InsightFebruary 12, 20246 min de lecture

Die 4 wichtigsten Schritte zur Implementierung einer CMDB

Matthieu Bonnard
Matthieu Bonnard
CEO
Die 4 wichtigsten Schritte zur Implementierung einer CMDB

Kurzfassung: Es gibt 4 zentrale Schritte, um eine wirksame CMDB aufzubauen: Planung und Design, Datenerhebung, Konfiguration und Anpassung sowie kontinuierliche Pflege und Management. Diese Schritte sind entscheidend für den Erfolg: Eine gut gefüllte CMDB ermöglicht bessere Planung der IT-Strategie und des dazugehörigen Projektportfolios.

Wenn Sie mit dem Konzept CMDB noch nicht vertraut sind, lesen Sie zunächst: What is a CMDB?

In diesem Artikel schauen wir uns an, wie „Mama’s Little Bakery (MLB)“, ein führender europäischer Cheesecake-Hersteller (KMU mit 500 Mitarbeitenden), seine CMDB startet und aufsetzt.

Cheesecake animation

Schritt 1: Planung und Design

Los geht’s: Zuerst wird die Struktur der CMDB geplant und entworfen. Dazu gehören Ziele und Anforderungen sowie die Identifikation der Datenquellen, die die CMDB speisen sollen. Ebenso muss definiert werden, welche Arten von Configuration Items (CIs) enthalten sind – Server, Software, Anwendungen, Netzwerke und vieles mehr.

In dieser Phase ist es wichtig, relevante Stakeholder einzubeziehen (IT-Teams, Fachbereichsverantwortliche, Endnutzer), um die CMDB an den Bedarf der Organisation auszurichten. Zusätzlich sollten Governance-Prozesse festgelegt werden, die Qualität und Integrität der CMDB-Daten sichern.

Wen laden wir also zum Kickoff ein?

  • Den CIO, da er häufig Sponsor ist und die CMDB direkt zur Strategieplanung nutzt.
  • Den Architekten (falls vorhanden). Er arbeitet meist intensiv am Thema – ohne dabei die anderen Rollen zu vergessen.
  • Projektmanager (Business oder IT), z. B. für CRM-Rollouts. Sie kennen die Anwendungs- und Business-Schicht.
  • Operations: Sie beherrschen Server, Datenbanken und stellen die Verbindung zu darauf laufenden Anwendungen her.

Bei MLB ist einer der sensibelsten Bereiche Human Resources. In Abstimmung mit dem Management startet der CIO mit der Modellierung des gesamten HRIS – von Servern bis Anwendungen –, um kritische Prozesse zu identifizieren. Informationen werden sowohl aus technischen Tools (Monitoring, Incident-Tools, vCenter) als auch aus einer Erhebung bei HR-Fachverantwortlichen gesammelt. Die IT plant dafür 3 Monate.

Schritt 2: Datenerhebung

Nach der Planung folgt die Datenerhebung. Dazu gehört die Integration von Daten aus verschiedenen Quellen, z. B. Incident- und Change-Tools, Network Monitoring, automatisierten Scans usw.

Wichtig ist, dass Daten korrekt, vollständig und aktuell sind. Häufig müssen sie vor dem Import bereinigt und normalisiert werden. Dokumentation der Quellen und Integrationsprozesse erhöht Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit.

Beispiele für Quellen:

  • Extrakte aus Monitoring-Plattformen (Nagios, PRTG, Zabbix): Ein guter Anteil relevanter Server/Devices ist dort ohnehin erfasst.
  • RVTools-Inventar, um einen Snapshot des vCenter-Inventory zu erhalten.
  • Organigramm: hilfreich, um Business Services zu definieren und Verantwortliche zu identifizieren.

Bei MLB ist diese Phase kritisch: Die IT entwickelt ein Python-Skript, um Daten aus identifizierten Quellen in einer Excel-Datei zu konsolidieren. Parallel wird ein Typeform-Formular an HR-Verantwortliche versendet, um Anwendungen für ihre Aufgaben zu erfassen. MLB nutzt ein hybrides IS: On-Prem/Private Cloud plus SaaS-Anwendungen.

Schritt 3: Konfiguration und Anpassung

Nach der Datenerhebung wird die CMDB konfiguriert und angepasst: CI-Klassen, Beziehungen, Attribute und Werte müssen definiert werden. Zusätzlich sind Regeln für Versionierung und Abhängigkeiten notwendig, um Genauigkeit zu gewährleisten.

Ein iterativer Ansatz ist hier zentral: Konfiguration regelmäßig testen und validieren, Anwender und Admins schulen.

Bei MLB werden die gesammelten Daten in der CMDB modelliert: Formulardaten werden konsolidiert, Skript-Daten bereinigt und normalisiert. Aus Vereinfachungsgründen beschränkt sich MLB auf Prozesse, Anwendungen, Server und Netzwerke; Middleware wie ESB wird nicht modelliert. Während der Integration werden regelmäßig Zwischenstände an Fachverantwortliche zur Validierung geschickt.

Schritt 4: Betrieb, Pflege und kontinuierliches Management

Ist die CMDB produktiv, braucht es Prozesse für Wartung und kontinuierliches Management: Daten überwachen und aktualisieren, Fehler/Inkonistenzen beheben und Änderungen im IT-Umfeld nachvollziehen.

Ebenso sollte die CMDB regelmäßig gegen die ursprünglichen Ziele evaluiert und bei Bedarf angepasst werden. Kontinuierliche Zusammenarbeit mit Stakeholdern und eine Daten-Governance-Kultur sind entscheidend.

Bei MLB gibt es einen Review-Prozess, inspiriert von ISO 9001. Im Kontrollplan wird monatlich der CMDB-Inhalt überprüft. Bei regelmäßiger Pflege ist der Aufwand überschaubar. Außerdem nutzt MLB „Views“ auf das IS, um Veränderungen zu erkennen (VMs < 1 Monat, neue Apps in Azure SSO etc.).

Fertig

Eine wirksame CMDB erfordert sorgfältige Planung, präzise Datenerhebung, saubere Konfiguration und kontinuierliches Management. Wenn Sie diese vier Schritte befolgen, entsteht eine CMDB, die langfristig wertvoll ist – für IT-Steuerung, Change-Management und strategische Entscheidungen.


Gefällt dir, was du liest?

Erfahre, wie Kabeen dir hilft, die Kontrolle über dein Informationssystem zurückzugewinnen.